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Predigten von unten.....

Vom Meister des Wortes, Marco Christen Buri.

 


 

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Ein Heer von Arbeitsrechtlern.  Was man als Arbeitssuchender so alles aushalten muss...

Eine unendliche Geschichte.  Feinstaub und beißende Hunde...

Die Jagt kann beginnen.  Eine kritischer Text zu Saskia Frei's Politik.

Junkies, Senioren, Lebensschnitte.  Ein Arbeiter welche verlassene Wohnungen räumt, erzählt.

 

 


 

Ein Heer von Arbeitsrechtlern

Jemand, Gero Jemand*, ist Ende des Jahres 2004 schon seit längerem ohne Arbeit – und ohne Arbeitlosenunterstützung. Gero Jemand hat das fast schon unglaublich grosse Glück, mit Irma Jemand, gebürtige Liebvoll, verheiratet zu sein.

Irma Jemand-Liebvoll arbeitet Teilzeit. Nicht dass sie damit gut fährt. Aber immerhin: Es reicht mehr schlecht als recht um das rudimentärste knapp und unter Verzicht auf Vieles durch zu boxen. Gero Jemand und seine Irma haben deswegen auch öfters ziemlich harte Auseinandersetzungen.

Gero ist nun nicht gerade das, was man einen Kämpfer nennt. Aber ab und an wird auch ihm zuviel, was mit ihm geschieht. Doch davon später. Gehen wir der Reihe nach.

Also, nach längerer Arbeitslosigkeit und damit Abhängigkeit von seiner geliebten Irma torkelt Gero förmlich in eine Anstellung hinein, die er dann auch hoch erfreut annimmt. Gero spukt in die Hände. Es gilt in dem Betrieb, den er durch seinen und seiner Irma Umzug kennen gelernt hatte, Möbel, Geschirr und andere Dinge zu schleppen. Da ist auch immer viel «Unrat» dabei, wie er sich in Haushaltungen ansammelt, die zum Teil über Jahrzehnte nur zugenommen haben. Und das eine oder andere gute Stück kann Gero dann jeweils «erben». (Denn was der einen Unrat, ist der anderen Fundstück.)

Nun, Gero findet den Job enorm interessant und kniet sich förmlich hinein. Und nicht selten wenn er bei Haushaltsauflösungen dabei ist, erwacht in ihm unversehens ein «Schatzsuchertrieb». Es ist einfach toll. Einen Monat nachdem er bei der Firma «Möbelschub & Wohnungsputz AG» begonnen hatte, wird ihm vom Inhaber eröffnet, dass 1.) keine Stundenzahl garantiert ist, und 2.) die Lohnadministration über das Temporärbüro «Hire and Fire» abgewickelt würde.

Kein Problem! Gero Jemand unterschreibt den Vertrag nur zu gern. Denn zum einen hat er nun Arbeit, eine richtige Arbeit, wo man jeden Morgen hingeht und abends müde aber zufrieden wieder nachhause kommt. Zum anderen erfüllt ihn die Aussicht mit Befriedigung, wieder zum eigenen Haushalt seinen eigenen Beitrag leisten zu können (und das Bier in der Beiz wieder selber bezahlen zu dürfen). Also alles parletti. Welt ich komme.

Gero weiss zwar von seinem Chef, dass es auch Einbrüche in seinem Pensum geben kann. Aber in der Realität sind diese selten. Vielmehr müssen hin und wieder Überstunden geschoben werden.

Rosarot und himmelblau sind angesagt. Was kostet denn die Welt, wenn du nur Arbeit hast – und einen Vertrag!

Das Jahr hat also gut begonnen. Und es lässt sich auch noch in der Jahresmitte bestens an. Und anfang der zweiten Jahreshälfte wird es sogar richtig deftig mit dem Auftragsvolumen. Doch dann im Oktober: Schluss mit lustig und aus mit deftig! Ein veritabler Auftragseinbruch. Die Firma bleibt bestehen. Doch die Tagelöhner sind weg vom Fenster. Die (wenigen) Festangestellten der Firma können weitermachen. Doch für die «Manipulationsmasse Tagelöhner» kommt das Aus. Auch für Gero. Zunächst ein leises Erstaunen. Erinnerungen werden wach an die Zeit vor den Betriebsferien im Sommer. Da war schon mal das Stichwort «Festanstellung» gefallen.

Nun ja, denkt sich Gero. Kann so schlimm ja nicht kommen. Arbeitsamt, Arbeitlosenunterstützung. Dazu weiterhin periodische Einsätze bei «Möbelschub & Wohnungsputz»: Zwischenverdienst.

Doch damit ist der Tanz eröffnet. «Möbelschub» ist fein raus. Der Vertrag ist ja schliesslich mit «Hire and Fire» abgeschlossen. Und in diesem Einsatzvertrag wurde seinerzeit unter der Rubrik «Dauer des Einsatzes» eingetragen: Nur auf Abruf.

Dazu bekommt Gero mit dem Bescheid, sein Gesuch um Arbeitlosenunterstützung sei abgelehnt, eine komplizierte Erläuterung mit Verweisen auf irgendwelche Gesetzesartikel, welche aber zuguterletzt nichts anderes besagt, als dass Gero nichts bekommt von der ALK (steht nicht für eine Suchtkrankheit, sondern für «Arbeitslosenkasse»).

Nun fasst sich Gero – eher eine friedliebende Natur – ein Herz und reicht Rekurs ein. Er begründet diesen unter anderem damit, dass er sich eben über die erhaltene Arbeit gefreut habe. Und dass er die ominöse Formulierung im Vertrag unmöglich als Fallstrick gegen eine allfällige Arbeitlosenunterstützung verstehen konnte.

Die Beschwerde ist noch kaum richtig im Briefkasten eingeworfen, da kommt auch schon die Antwort der Rekurskommission. Nebst der Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides enthält sie noch mehr Rechtsdeutsch und noch mehr Querverweise auf noch mehr Paragraphen und Absätze.

Nun kommt bei Gero Jemand das Staunen – und irgendwie schleicht sich bei ihm ein erstes Mal der Gedanke ein, dass er möglicherweise seinen Namen auf «Niemand» ändern müsste. Wichtiger aber: erneut rafft sich der an sich nicht kämpferische Gero auf und nimmt die Rechtsberatung des Arbeitsamtes in Anspruch. Zunächst einmal ist hier warten angesagt weil man ja keinen Termin bekommt, sondern einfach hingeht. Gero Jemand (oder Niemand?) rechnet mit einer langen Sitzperiode und vertieft sich deshalb in Franz Kafkas «Der Process».

Sein «Process» endet in dem Sitzungszimmer einer jungen (Bald-?) Anwältin mit Schuhen, die ihr Gehen mit einem eintönigen aber lauten «tock, tock, tock» unterstreichen; einer dunkelbraunen Hose, die schlapp an den Beinen herunterhängt und einer Brille, deren Zweck es wohl sein muss, dem wenig aussagekräftigen Gesicht etwas intellektuelles aufzusetzen. Also wenig vertauenerweckend. Im Raum sitzt noch eine weitere Dame. Mit Schreibblock. Grau in grau gekleidet und damit schon so grau, dass man sie glatt hätte übersehen können.

Gero Niemand rafft trotzdem all seinen Mut zusammen und versucht verzweifelt, sein Anliegen durchschimmern zu lassen. Auf dem Bürotisch läuft derzeit die Eieruhr. Ja, im wahrsten Sinne des Wortes eine Eieruhr. Frau Paragraphin hat bei Geros Eintritt (aus Kulanzgründen eventuell auch erst nach seinem Hinsetzen) das Plastikei mit Minutenskale auf fünfzehn Minuten gestellt.

Gero kämpft tapfer. Auch dann und wann gegen aufkommende Wut. Was ihm die nette Dame mit Hornbrille, rosa Pulli, braunen Flanellhosen und wenig Ausstrahlung letztlich verklickert, ist nicht dazu angetan, das Flämmchen Kampfgeist, das in ihm erwacht war zu einem veritablen Feuer anwachsen zu lassen. Denn die Quintessenz von knapp eineinhalb Stunden warten und Eieruhr gesteuerten fünfzehn Minuten Sitzung war die:

Gero muss das Arbeitsrecht kennen. Er muss sich seiner Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer bewusst sein. Und er darf einen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben, wenn für ihn daraus Nachteile entstehen, mit denen er sich nicht einverstanden erklären kann.

Also: Öffnet die Universitäten für alle Arbeitnehmer. Auf dass sie erst einmal Arbeitsrecht studieren, um dann trotzdem im Arbeitsmarkt ausser Rang und Traktanden zu fallen – dannzumal vielleicht wegen Überqualifikation...?

* Sowohl die Personennamen als auch die Namen der genannten Firmen sind dem Autor bekannt

 

Markus Christen-Buri  markus.christen@hispeed.ch


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Eine unendliche Geschichte

Maskenball! Ozonwerte im Sommer mit gesundheitsgefährdenden Werten. Grosses Geschrei um Massnahmen, diese unter Kontrolle zu bringen. Grandioser Aktionismus allenthalben. Doch nichts passiert.

Hundebisse, die Menschen – Kinder! – töten. Grosses Geschrei um Massnahmen, dies unter Kontrolle zu bringen. Grandioser Aktionismus allenthalben. Doch (fast) nichts passiert.

Feinstaubbelastungen mit Rekordwerten in vielen Gegenden der Schweiz (und wohl auch anderswo in Europa). Grosses Geschrei um Massnahmen, dies unter Kontrolle zu bringen. Grandioser Aktionismus allenthalben. Doch nichts passiert.

Langweilig? Sicher! Genau so langweilig, wie die ewige Wiederholung: alarm – Geschrei – Aktionismus – und Schluss.

Der Aktionismus ist das einzige, was sich bewegt. Allerdings auch er nur da wo er nicht wirklich bewegt.

Kommen wir auf den Punkt: Dass der Feinstaub da ist, weiss inzwischen (fast) jedes Kind (mit Ausnahme eines Gimis im Baselbiet, wo die Schulbehörde offenbar auch im Winterschlaf liegt...). Auf seine Gefährlichkeit verweisen die Ärzte mit Nachdruck. Dass er, im Gegensatz zum Ozon, wesentlich effizienter und kleinräumiger zu reduzieren wäre, ist hinlänglich bekannt.

Was fehlt, ist der Mut, die bekannten Fakten offen anzuerkennen. Und die möglichen Massnahmen konsquent und ohne Rücksicht auf Verluste umzusetzen. Wirtschaftliche und politische Sachzwänge treiben denjenigen, die wirklich und wirkungsvoll agieren könnten, die pure Angst in die Knochen – oder sie sind geknebelt von den wirtschaftlichen Interessen, denen sie verpflichtet sind.

Wie käme denn ein Transportunternehmer dazu, einen Zwang zum Einbau von Dieselpartikelfiltern zu unterstützen, der für ihn Zusatzkosten verursacht? Wie käme denn ein bürgerlicher Politiker dazu, Einschränkungen des Verkehrs – insbesondere des gewerblichen Verkehrs zu fordern oder zu unterstützen, wenn damit sein Wähleranteil oder allenfalls sein Verwaltungsratsmandat gefährdet werden könnte?

Man springt auf das Züglein des Populismus gerne auf. Es macht sich gut, beim grossen Kesseltreiben mitzumischen. Aber konkret etwas von Alphe bis Omega durchziehen...?

Auch die Feinstaubproblematik wird wie so vieles mit der nächsten Regenperiode im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runter schwimmen. Wenn die Schleimhäute nicht mehr gereizt sind und keine Augen mehr brennen, und wenn es wieder ruhig wird um die statistisch nachgewiesene Todesrate von jährlich dreitausendsiebenhundert Menschen an den Folgen von Feinstaubemissionen, wird auch das Forderungspaket «redimensioniert».

Man wird sich dannzumal wieder um korrupte Politiker, beissende Hunde und überbordende Bürokratie kümmern können.

Aktionismus und grosses Wehklagen wird erst wieder aufkommen, wenn See- und Flusspegel wieder so hoch ansteigen, dass sie ganze Dörfer ertränken. Und wenn Alphütten gleich reihenweise von Lawienen weggerissen werden. Oder wenn dereinst nicht ein Pitbull sondern «der Schweizer Nationalhund», ein Berhardiner einen Menschen umbringt.

Zynisch? Schon, ja. Sie ist halt zynisch, die Realität.

Markus Christen-Buri  markus.christen@hispeed.ch


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Die Jagt kann beginnen

Saskia Frei steht in den Startlöchern. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird sie in den Regierungsrat einziehen; und mit ihr das «grosse Aufräumen». Frau Frei hat zunächst einmal einen grösseren Angriff auf die «schmarotzenden Ausländer» vor.

Frage: Ist sie da nicht in der falschen Partei?

Dann will sie die Sozialhilfe – einmal mehr – nach vermeintlichen Geldauslauflöchern durchforsten.

Frage: Gehört Frau Frei zu jenen drei Prozent, die rund die Hälfte des in der Schweiz versteuerten Vermögens besitzen?

In der Replik, die am Dreikönigstag in der Basler Zeitung erschienen ist, beschränkt sich Frau Frei – für's erste? - darauf, erst mal den Ausländern noch mehr Angst zu machen, als diese ohnehin schon haben müssen. Doch der Tag wird kommen – so sie denn gewählt wird – an dem sie wohl auch bei den einheimischen Sozialhilfebezügern den Sparhebel ansetzt. Eine neue alte «Ausweisungspraxis» könnte wieder Urständ feiern.

Frage: Kennt Frau Frei die Zeit, als Menschen, die in ihrem Wohnkanton zu sehr oder zu lange auf dem Portemonnaie der «Fürsorge» lagen, in ihre Heimatgemeinde zurück geschickt wurden?

Also auf zur Jagd. Ein Hallalie auf die die neue alte Zielscheibe der Armen. Denn die kann man ja an die Wand drücken. Zu schwach ist (noch) die «Armutsliste».

Bösartig? Niederträchtig? Sehr geehrte Frau Frei. Es mag etwas überzeichnet sein, was da vorgängig geketzert wird, eine Karrikatur. Aber bösartig oder niederträchtig ist es nicht. Nicht in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Staat ja seine SozialhilfeempfängerInnen zu einem guten Teil selbst heranzüchtet.

Denn sehen Sie: Es ist doch so, dass der Staat (ja ich weiss, das Volk ist der Staat) das Blaue vom Himmel herunter verspricht, wenn es darum geht, seine Bemühungen für «Randständige» vor eben diesem Volk ins rechte Licht zu rücken. Doch in der Praxis vergammeln diese heeren Verprechungen zu faulem Morast.

Den Jungen, ja speziell den Schulabgängern wird alles geboten, um eine Lehrstelle zu bekommen. Tatsache ist, dass immer mehr Jugendliche zunächst in irgendwelchen diffusen Zwischenlösungen (Berufswahl- oder Findungsjahr genannt) und danach allzuoft im Drogensumpf und/oder in der Kriminalität verschwinden. Danach tauchen sie dann wieder auf; in den Drogen- und/oder Kriminalitätsstatistiken – hin und wieder einer als Suizidfall...

Die Alten, ja sie müssen speziell gefördert werden. Es ist Sorge zu tragen, dass sie wegen der Belastung durch Arbeitslosigkeit nicht dem Suff verfallen. Ihrer Reintegration ist höchste Priorität einzuräumen. Grosse Versprechen – heisse Luft. Auch hier finden wir viele der Betroffenen wieder: In den Statistiken im Zusammenhang mit Alkoholismus und geistigem Niedergang – und hin und wieder einen als Suizidfall.

Alles gut und schön. Sowohl der Junge wie der Alte treffen sich auf dem Weg in den sozialen Absturz wieder: Im Suff, im Knast, am Bahngeleise wo der nächste Schnellzug bald kommt.

Sparzwang! Sparneurose?

Zynisch? Ja! Brutal? Ja! So halt, wie die Welt, an der auch Sie mitgestalten.

 

Markus Christen-Buri  markus.christen@hispeed.ch


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Junkies, Senioren - Lebensschnitte

«Räumungen und Dienstleistungen». Ein abstrakter Begriff für die meisten von uns.

Als Auftragnehmer fährt man zu einer vorgegebenen Adresse und kennt den Auftrag. Was noch in der Wohnung steht ist zu räumen. Dafür hat man eine bestimmte Anzahl Stunden, vielleicht Tage zur Verfügung. Das «Objekt» muss wieder frei werden. Ein nächster Mieter oder Käufer wartet schon – zumindest in den meisten Fällen. Zuvor Räumung, Reinigung, Renovation, soweit die Fakten.

Die Tür geht auf. Man tritt ein – und steht schon mittendrin in der Intimsphäre eines Menschen. (Man beachte: "Intimsphäre" und "Mensch". Und man steht da nicht einfach nur mitten drin. Nein. Der Auftrag ist klar: Räumung. Eine erste Frage taucht auf: Warum räumen? Tod? Scheidung? Haushaltsauflösung? Zahlungsunfähigkeit?

Man beginnt mit der Arbeit; öffnet Schränke und Schubladen; schaut in den Sekretär; in den Kühlschrank. Langsam aber unausweichlich entsteht ein Bild jenes oder jener Menschen, deren Existenz in diesem Domizil "aufzulösen" ist.  

Etwa die alte Frau, die hier die letzten fünfzig Jahre ihres achtzigjährigen Lebens gelebt hat und dann knall und Fall starb. Fotos tauchen auf; alte Fotos, schwarz-weiss mit gezacktem Rand im Papier. Schon ziemlich vergilbt die meisten. Mit Notizen auf der Rückseite, Daten, Namen, Orte, Lebensdaten. Fotos mit Gesichtern. Für die alte Frau, die hier gelebt hat Bezugspersonen, Marksteine eins Lebens. Geliebte Gesichter, Fixpunkte im Fluss eines jetzt erloschenen Lebens. Für uns Abfall...

Eine andere Tür – eine andere Wohnung. Chaos, wohin man sieht. Schon der Eingangsbereich ein haufen Schrott, Lumpen, Plastiktaschen. Dazwischen einzelne Schuhe, Bierdeckel, Flaschen. Es mieft. Man glaubt, hier nur mit der Gasmaske durch zu kommen. Aber es muss ohne gehen.

Der Blick in die Küche. Türme von Geschirr, wo immer man Platz zum stapeln hat; Abfallsäcke, teils zerrissen. Wo der Boden noch erkennbar ist, stinkendes altes Oel, schimmlige Wasserpfützen. Im Spülbecken Berge von Tellern, mit Wasser eingeweicht – vor Wochen schon...

Das Wohnzimmer, eine Ansammlung von vergammelten Möbelstücken – wahrscheinlich alle schon mit mindestens dreimaligen Besitzerwechsel, bevor sie hier ihrer endgültigen Vernichtung entgegen gingen – durch uns.

Und wieder die Fragen: Wer? Wie? Warum? Ein Bild; ein Trugbild? Verurteilungen, Vorverurteilungen?

Urteile.

Eine andere Tür.

Ein bisschen Mief, aber nicht aggressiv; vielleicht nur eingebildet wegen der schweren Vorhänge an den Fenstern und der dunklen Tapeten mit den klassisch–kitschigen Blumenmustern. Wegen der Möbel – alle in dunklem Holz gehalten, schwer, alt, echt. Alles adrett an einem Platz – gerade so, wie es vor 10, 20, 35 Jahren hingestellt wurde.

Eine Bücherwand mit Werken von Böll, Dürrenmatt, Hemingway; Reiseführer von Polyglott, Fotobände über die Alpen und die Sahara, über Afrika und Grönland, über Australien und Indien, über...

Historische Schriften und Fotobände über die Geschichte der Schweizer Armee – vor den Aufdeckungen zum wahren Gebaren der Schweiz. Heldengeschichten halt – Erinnerungen an die "gute alte Zeit".

Türen – Offenbarungen. Und dann kommen wir – und machen handstreichartig alles zunichte. Zerreißen Leben, Vergangenheiten; entsorge Lebensgeschichten...

Doch es gibt noch eine zweite Seite der Medaille.

Die Wohnung mit dem Chaos, mit den wochenlang eingeweichten Tellern...

Dieser Chaot hat Tritt gefasst. Nach seinem Umzug (der die Folge einer Kündigung wegen Zahlungsunfähigkeit war) hat er wieder Arbeit gefunden; kam wieder zurück ins Leben. ER wurde von uns nicht vernichtet. ER brauchte nur den Tritt in den Arsch um wieder in die Spur zu finden.

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Markus Christen-Buri 
markus.christen@hispeed.ch

 

Gesamtverzeichnis der Streetwork-Arbeiten  / Spenden und Beiträge

Aufgrund der grossen Nachfrage sind wir jetzt auf 3 verschiedenen Servern gleichzeitig erreichbar:

Unsere Projekte: www.streetwork.ch / www.streetwork-verlag.ch / www.baerenfelserstrasse.ch  / www.selfhealingfield.ch
 
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