Inhalte:     Felswasser, Eremitage, Arlesheim.

 

 

 

 

Gefühle, die Sprache unserer Bedürfnisse....

Eine Aufklärungsarbeit über unsere Gefühle.

Letzte Bearbeitung am 24.09.2013

















Einleitung


Unsere erfüllbaren Bedürfnisse sind die Quelle von Freude, Glück, Stolz, Wärme und Zufriedenheit. Und, sofern unerfüllbar, sie sind die Quelle von jeder Schuld, Scham, Angst und Peinlichkeit. Und wenn die Unerfüllbarkeit von unseren Bedürfnissen zum Dauerzustand werden, sind sie sind die Quelle von Wut, Hass, Gier und Zorn. Bis hin zum Krieg, zur absoluten Kälte, Zynismus und Perversion. Unsere Bedürfnisse sind der Teil von uns, welcher genauso wie körperliche Verletzungen, bis zum irreparablen Zustand Verletzt werden kann. Und dennoch sind alle unsere Bedürfnisse gut, denn es sind die Ressourcen welche das Leben für uns bereit hält, um uns mit der Sprache der Gefühle zu sagen wessen wir bedürfen, was wir brauchen. Dennoch dürfen wir uns nicht einbilden, dass es möglich wäre immer alle unsere guten Bedürfnisse zu erfüllen oder erfüllt zu bekommen. Eine Bedürfnisfeindlichkeit, wie sie zu gewissen Zeiten gepflegt wurde unter dem Einfluss von Religion und Elitehierarchie, bringt genau so wenig Erfolg im Umgang mit den Bedürfnissen wie der Wahn der Unersättlichkeit, wo jedes Bedürfnis immer und so schnell als möglich erfüllt werden muss. Der goldene Mittelweg, vom gewählten Verzicht bis zur adäquaten Erfüllung, ist das einzige was gute Resultate bringt.

Das einzige was uns meiner Meinung nach bis zu einem gewissen Grade über unsere Bedürftigkeit erheben und daran wachsen lassen kann, das ist gelebte echte Spiritualität, die Kraft des Geistes, die Hinwendung zu Gott. Es gibt viele Vorbilder, welche uns auf diesem Weg inspirieren können. Vielen Menschen ist gelebte Spiritualität genauso peinlich wie die eigenen Bedürfnisse. Denn wo die Bedürfnisse wohnen, wohnt unsere Verwundbarkeit, unsere Begrenztheit. Und am gleichen Ort ist auch Gott zu finden, weil an diesem Ort das Leben geschieht.

Beatus Gubler









Inhaltsverzeichnis:

 

Alles was der Mensch tut, tut er um ein Bedürfnis zu erfüllen....

Gefühle, die Sprache unserer Bedürfnisse....


Bedürfnisse und Trauma

Die Bedürfnisse des Menschen...      Hier wird noch weiter gearbeitet, einiges ist schon fertiggestellt.








Alles was der Mensch tut, tut er um ein Bedürfnis zu erfüllen….

Auf der Bedürfnisebene sind wir alle gleich.

Nur die Wege welche wir für die Erfüllung unserer Bedürfnisse wählen, sowie die Verletzungen die wir auf diesen Wegen einfangen, oder versuchen, und das zeitliche Erscheinen des jeweiligen Bedürfnisses, können unterschiedlich sein.

Über Bedürfnisse umfassend zu sprechen, erzeugt bei vielen Menschen Unbehagen und Widerstand. Unangenehme Gefühle können hochkommen, können durch das sprechen über Bedürfnisse getriggert werden. Dies hat mit den zahlreichen Wunden und Narben zu tun, welche wir auf den vielen Wegen nach Erfüllung unserer Bedürfnisse erleiden mussten. Wenn die Art wie wir leben uns zwingt schneller voranzuschreiten als diese Wunden heilen können, werden wir krank, brauchen vielleicht Drogen oder destruktive Verhaltensweisen, um weiter funktionieren zu können.

Schon manch ein Mensch fühlte sich von diesem Aspekt des Lebens herausgefordert. So gibt es Menschen welche sich grosser Bewunderung erfreuen können, da sie, so behaupten sie zumindest, es geschafft haben, so grundlegende Bedürfnisse wie Essen und Trinken (Lichtnahrung, Jasmuheen oder Waldorflehrer Michael Werner) zumindest temporär oder gar für Jahre überwunden zu haben. Vielleicht nach dem Motto: Selig wer keine Bedürfnisse hat, denn er ist von den Qualen des Lebens erlöst. Hier in diesem Artikel kann ich nicht tiefer auf das Thema der überwundenen Bedürfnisse eingehen. Doch kann ich sagen dass die zahlreichen Berichte auch mich sehr faszinieren.
Stellen sie sich vor, sie sind nicht mehr auf ein Mindestmass an Freundlichkeit und Liebe angewiesen, um emotional stabil durch das Leben gehen zu können, um ein Minimum an Gleichmut zu haben. Dann könnten sie selbst in den schlimmsten Konfliktgebieten ruhig bleiben, was die beste Vorraussetzung wäre um z.B. Frieden zu stiften. Der Stress um sie herum würde ihr Ruhebedürfnis, oder ihr Bedürfnis nach emotionaler oder physischer Sicherheit nicht mehr tangieren, sie nicht mehr aus der Bahn werfen.

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Gefühle, die Sprache unserer Bedürfnisse...

Werden Bedürfnisse unzureichend erfüllt, dann beginnen wir zu leiden. Die einen leiden sofort und auf der Stelle, das können wir z.B. bei Neugeborenen beobachten, bei den anderen braucht es zumindest ein Minimum einer Durststrecke. Wut, Zorn, Hass,  Angst und Schuldgefühle bieten sich uns alsbald an, um uns in Verhaltensweisen zu bewegen welche die Erfüllung unserer Bedürfnisse möglich machen.
Schaffen wir es, uns unsere Bedürfnisse zu erfüllen, erleben wir Freude, Glück, Frieden, Zufriedenheit und/oder andere angenehme Gefühle, die uns manchmal ebenso peinlich sein können wie der unangenehme Part der Emotionen.

Sind unsere Bedürfnisse über längere Zeit nur mangelhaft erfüllt worden, und es stellt sich nach langer Durststrecke ein Erfolgserlebnis ein, erleben viele zuerst einen Leidensdruck und müssen infolge dessen Trauern. Dies sind die Momente wo Freude und Trauer gleichzeitig erlebt werden, es sind die Tränen die wir oft Freudentränen heissen. Die erlebte Erfüllung lässt sie die Hoffnung wiederfinden, und erst jetzt lässt sie die Wunden heilen, die zuvor während der Durststrecke entstanden. Diese Gefühle können so heftig sein, dass schon manch einer kurz vor dem Ziel zusammenbrach und aufgeben musste. Der richtige Rahmen und/oder eines unserer vielen kleinen Rituale, Kreativität und Intuition, können hier hilfreich sein, um solche Situationen dennoch bewältigen zu können.

Doch es kann auch anders kommen. Die zum Teil sehr heftigen Emotionen, welche wir erleben können wenn es um unsere Bedürfnisse geht, können uns zuweilen komplett überfordern. Sei es nun im Streit oder durch die Pein verschmähter Liebe, Mangel an Anerkennung, Verleumdungen welche uns Schwierigkeiten bereiten, Mobbing oder Schwierigkeiten welche zu unwert uns aus Hass oder Gleichgültigkeit bereitet werden. Die Möglichkeiten der Schrecken sind vielfältig, die Kunst und Poesie (Z. B. Hamlet, Sein oder nicht sein..….) ist voll von solchen Erfahrungen und leiht uns gelegentlich die Worte, um uns selber wieder neu zu finden.

Oft wird oder muss in einer Situationen auf die Chance einer Bedürfnisserfüllung verzichtet werden, weil die damit einhergehenden gefürchteten peinlichen Gefühle und die von den Gefühlen geforderten peinlichen Zwänge zu heftig wären, oder bei Nichterfüllung zu unangenehm. (Z.B. Trauerkrämpfe, Zwang zur Selbstverleugnung, Zwang zur unwerten Demut, Angstzustände, Zwang zum unwerten Schweigen, Zwang der unwerten Selbstbeschuldigung, oder unermessliche Wut und Aggression..)

Die Angst, die Hoffnung oder die Fähigkeit zu lieben für immer zu verlieren, sind oft die Begleiter von solchen Situationen. Verzicht, Rückzug, oder wie die Buddhisten sagen, ich suche Zuflucht, sind einige der Möglichkeiten um wieder Ruhe zu finden.

Schon manch einer hatte sich selber als Versager gescholten, weil er durch Überforderung wider seines Willens ein Vorhaben aufgeben musste, um hinterher einzusehen, dass auf diesem Weg andere längst vergessene Bedürfnisse sich so ganz nebenbei erfüllten, und er letztendlich mehr bereichert wurde als wenn sein ursprüngliches Vorhaben gelungen wäre.
 
Betrachten wir also, was Gefühle sind, so können wir Beobachten und Erfahren, dass Gefühle die Sprache unserer Bedürfnisse sind. Folglich haben wir Grund unseren Gefühlen dankbar zu sein, denn sie sagen uns was wir brauchen und wann ein Bedürfnis erfüllt worden ist und wann nicht.

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Bedürfnisse und Trauma


Wenn über sehr lange Zeit hinweg ein Minimum an Bedürfnissen nicht erfüllt wurde, erleiden Menschen ein Trauma. Das Trauma scheint zu entstehen durch sich zwei widersprechende, einander entgegengesetzte Energien. Der Mensch zwischen Stuhl und Bank, eingeklemmt zwischen ein quälendes Bedürfnis und einer bedürfnisfeindlichen Umgebung. Bedürfnis kontra Umweltbedingungen. Was keine Bedürfnisse hat, kann nicht traumatische Erfahrungen machen, kann kein Trauma erleiden, weil keine sich widersprechenden Kräfte vorhanden sind. Ein Stein hat keine Bedürfnisse, darum kann er nicht Leiden, kann er kein Trauma erleiden.

Ich denke, dass viele Krankheiten, und wahrscheinlich alle seelischen Krankheiten, auf starke erlebte und unverarbeitete Traumen zurückgehen, die durch das verwehren von Bedürfniserfüllung entstanden sind. Durch Traumen verursachte Leiden können meiner Meinung nach nicht von einer Gesellschaft geheilt werden, welche selber daran krankt dass sie menschliche Bedürfnisse leugnen oder pathologisieren muss. Meiner Erfahrung nach ist soziale Ungerechtigkeit eine der Hauptquellen für traumatische Erkrankungen.

Wenn Traumen entstehen, sind wir manchmal noch so unerfahren, das wir weder bewusst denken noch das erlebte differenzieren können. In dieser Unerfahrenheit und Naivität ist ein unerfülltes Bedürfnis gleich Todesgefahr. Wir können die Ereignisse nicht richtig assoziieren oder einordnen, und uns selbst nicht als Individuum wahrnehmen, geschweige denn als Individuum welches doch noch gewisse Möglichkeiten haben könnte. Todesgefahr ist die schlimmste Bedrohung der menschlichen Bedürfnisebene, denn der Kern und der  Urgrund aller menschlichen Bedürfnisse ist "Leben".

In einer Therapie können die Traumen nicht genommen werden. Was schrecklich ist, bleibt schrecklich, weil es schrecklich war. Diese Schrecken und die dahinterstehenden Bedürfnisse müssen Achtung und Respekt erfahren, den wer die Vergangenheit leugnet, ist dazu verdammt sie zu wiederholen.  Das neue bewerten vergangener schrecklicher Situationen wird diese dennoch relativieren und besser in das Menschsein integrieren können. Narben werden bleiben, in jedem Fall. Heilungsprozesse erfordern Trauerarbeit.
Scharlatane, religiöse Bewegungen, Ideologien und andere versuchen diese emotionalen Eigenschaften des Menschen sich zu nutze zu machen, um ihre Brieftaschen zu füllen, ihre "Gemeinde" zu vergrössern (Masse = Macht) oder um andere minderwertige Ziele zu verfolgen.


Wer die Vergangenheit leugnet, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Das wusste schon Winston Churchill.  Wir leben in einer Welt welche dazu neigt die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, denn Lernprozesse dauern langsam, fordern Zeit. Evolution ist verschwenderisch, fordert Menschenleben auf unbarmherzige Weise. Dass der Mensch noch mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist, kommt den Menschen auch nicht immer entgegen. So manch einer wiederholt seine eigenen traumatischen Erfahrungen in seiner geistigen Umnachtung nicht an oder in sich selber, sondern um seinen Leidensdruck vorübergehend zu mildern, wiederholt er seine Traumen an anderen, an Kindern, an Schwächeren, an Leidenden, an seinen Angestellten, an solchen die sich nicht wehren können. In einer Metapher ausgesprochen, kann ich sagen: Das Böse ist ein Virus, und dieser Virus wird durch Gewalt übertragen. Das Virus des Bösen erzeugt in den Menschen die mächtige Illusion, dass die einzige Möglichkeit sich gegen das Böse zu wehren sei, selber auch Böse zu werden. Vielleicht einer der Gründe weshalb wir sterben und der neuen Generation Platz machen. Den mit jeder Generation, mit jedem Kind, kommt das Gute wieder neu in die Welt, wird das Gute wieder neu Erfunden. So scheint mir der Tod ein Kunstgriff der Natur, um dem was Gut ist immer wieder neue Möglichkeiten zu geben.

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Die Bedürfnisse des Menschen...

Unsere Bedürfnisse, die Quelle aller unserer Gefühle.

Auf der Ebene der Bedürfnisse sind wir alle gleich. In vielen Religionen finden finden wir Hinweise auf das was uns Ausmacht. Kommt und ich gebe euch vom Wasser des Lebens umsonst. Ein voll gedrückt und gerüttelt Mass will ich euch geben. (Bibel) Auch im Koran und im Talmud sind ähnliche Hinweise zu finden.

Das Paradies. Der wunderschönste Ort, ein Wort, eine Vorstellung, ein Bild davon wie es wohl wäre wenn alle unsere Bedürfnisse in vollem Umfang erfüllt würden. Auch die Heilung aller Verletzungen, welche zuvor durch unerfüllte Bedürfnisse entstanden wären, würden sich dort ereignen können.

Unerfüllte Bedürfnisse können emotionale Schmerzen verursachen. Diese emotionalen Schmerzen werden durch Regeln, Gesetze und Haltungen, welche den Ausdruck solcher Gefühle verbieten und unterdrücken, um das vielfache verstärkt.

Daraus resultieren Suchtverhalten, Neurosen, Psychosen, Schizophrenien und andere "Warteschlaufen" für Heilungsprozesse, welche auf die Gunst der Stunde warten, um in einem Umfeld welches ihnen entgegenkommt, stattfinden zu können. Es gibt eigentlich keine Geisteskrankheiten im klassischen Sinne. Geisteskrankheiten sind Verurteilungen und wurden erfunden von Menschen welche das Menschsein nicht verstehen können. Es gibt nur diese Warteschlaufen und lang andauernde Heilungsprozesse.

Im Konflikt zwischen uns und unseren Bedürfnissen, und allem was unsere Bedürfnisse repräsentiert, die erfüllten sowie die unerfüllten und deren ungelebten Schmerzen, entsteht der Raum in welchem das Böse stattfinden kann, und wohl auch Entwicklungs- und Heilungsbedingt stattfinden muss.

 

Mögliche Gefühle, Empfindungen und Gedanken bei Bedürfniserfüllung:

Freude, Wohlbefinden, Wärme, Zufriedenheit, Geborgenheit, Entspannung, Hoffnung, Zuversicht, Optimismus, Stolz, u.s.w.

Grundsätzlich können wir meiner Erfahrung nach alle angenehmen Gefühle einem oder mehrerer erfüllter Bedürfnisse zuordnen.

 

Mögliche Gefühle, Empfindungen und Gedanken bei Nichterfüllung von Bedürfnissen:

Vorwort

Je länger, je mehr und härter Bedürfnisse nicht in Erfüllung gehen, desto stärker und härter die Empfindungen, je nach Grad angefangen von Trauer, Wut, bis hin zur Frustration, Depression, Angriff der Verursacher oder völligen Aufgabe. In besonders harten Situationen, wo über längere Zeit keine oder zuwenig Bedürfnisse in Erfüllung gehen, wie z.B. im harten Strafvollzug, kann es zu Kurzschluss und Affekthandlungen kommen, zum Beispiel Rebellion, Aufstand, Amoklauf, Sadismus, Mord im Affekt, u.s.w. dies wären einige solcher Kurzschlusshandlungen. Die Kurzschlusshandlung dient als psychologischer Mechanismus dem überleben des Selbstbewusstseins, wir können hier von einer Art Befreiungsschlag reden. Die Spitze des Befreiungsschlages eines Individuums, welchem alle Wege eines seiner Bedürfnisse zu erfüllen verwehrt sind, ist der Suizid oder das Selbstmordattentat. Selbstmordattentäter werden gemacht genauso wie Soziopathen, sie sind kein Naturphänomen. Die Tierwelt ist psychologisch gesehen weit weniger Grausam als der Mensch werden kann.


Normalerweise: Trauer, Schmerz, Wut, Hass, Aggression, Einsamkeit, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Unbehaglichkeit, Ärger.

Wenn über längere Zeit das erfüllen von Bedürfnissen verwehrt wird: Gier, angetrieben, Rachedurst, Vergeltungsdrang, Zwangsgedanken, Handlungszwang, Verklagungsdrang, Schuldgefühle gegenüber sich selbst, Wut auf sich selbst, Selbstzweifel, Rachesucht, seelische Schmerzen, Derealisierungsgefühle, Sehstörungen, Somatisierungen, Kopfschmerzen, Migräne, Selbstzweifel, Suchterkrankungen, psychosomatische Erkrankungen, sich selber verletzen. Flucht in religiösen Wahn oder Sekten, Gedankenkonstrukte, Psychosen, Angstzustände, Existenzangst, Drogenkonsum illegaler und/oder legaler Drogen.

Bei traumatisierender Langzeitqual durch die fortgesetzte Unmöglichkeit eines seiner Bedürfnisse zu erfüllen, wie Z.B. in einigen Zuchthäusern oder Psychiatrien in diversen Nationen:
Suizidgedanken, Sleeper-Effekte,
(Verdrängter Rachedrang, welcher erst wieder bewusst wird, wenn die Situation sicher ist und sich Gelegenheit zu Vergeltung, Selbstjustiz oder Verklagen via Justiz, möglich wird, u.s.w.)  Amoklauf, Selbstmordattentate, Todeswünsche welche sich gegen die Schuldigen richten, Stockholm-Syndrom, Selbstverstümmelung, Mord im Affekt, Trennung von der Gesellschaft und Bestrafung der Gesellschaft durch Diebstahl, Raubüberfälle, Körperverletzung. Suchen nach Gleichgesinnten zwecks Gründung organisierten Verbrechertums. Gründung einer Gang. Flucht in Rassismus oder religiösem Wahn, unterwerfungsverhalten.

Grundsätzlich können wir meiner Erfahrung nach alle unangenehmen Gefühle einem oder mehrerer unerfüllter Bedürfnisse zuordnen.

 

Welche Bedürfnisse haben wir?

Hier betrachte ich Bedürfnisse versuchsweise als Dynamiken, als Lebens-Energien welche in uns wohnen, als Ressourcen welche das Leben bereitstellt. Ich habe die Bedürfnisse in definierende Dynamikbereiche gruppiert. Natürlich können die Bedürfnisse auch anderweitig gruppiert werden.

 

 

 

Die existentiellen Dynamiken.

   
Wärme: Viele denken die Luft sei wichtiger als Wärme, und vergessen dabei dass wir ohne die Wärme hier den absoluten Nullpunkt hätten. Dies würde bedeuten dass wir ohne die Wärme in etwa 3 Sekunden tiefgefroren wären.
   
Kühlung: Das Bedürfnis nach Möglichkeit der Kühlung wird oft in unseren Breitengraden vergessen. Es ist jedoch genauso essentiell wie die Wärme.
   
Luft: Ohne Luft leben nicht nur wir nur wenige Minuten.
   
Wasser: Ohne Wasser leben wir wenige bis 10 Tage.
   
Licht / Sonne: Die Sonne die alles nährt, zum wachsen und blühen bringt. Licht ist eine Grundlage für das Sehen können. Sehen ist eine Vorraussetzung für die Erfüllung vieler weiterer Bedürfnisse.
   
Dunkelheit / Nacht: Die schützende Dunkelheit, die Ruhe spendende Nacht. Erholung, Rem-Schlaf.
   
Schlaf: Ohne Schlaf würden wir letztendlich wahnsinnig. Gehirn und Körper müssen regenerieren können.
   
Nahrung: Ohne Nahrung leben wir wenige Tage bis wenige Wochen.
   
Unterkunft: Schon der Höhlenbewohner hatte eine Höhle, Unterkunft bietet auch Schutz, z.B. vor Kälte und Raubtieren. (Auch vor menschlichen Raubtieren)
   
Bewegung: Nun ja, wer kennt ihn nicht, den Bewegungsdrang. Was lebt hat den rhythmischen Wechsel von Ruhe und Bewegung.
   
Schutz: Vor lebensbedrohlichem... Viele Bedürfnisse überschneiden sich oder hängen unter gewissen umständen von einander ab, z.B. Schutz, Unterkunft, Ruhe und Schlaf.
   
Ruhe:

Ruhe. Körper und Geist haben dieses Bedürfnis, sie müssen sich erholen können, regenerieren, so wie der Körper sich entgiften muss mit seinen inneren Organen, so muss auch der Geist sich entgiften in der Ruhe. Für Ruhe sind oft Schutz, Unterkunft und Schlaf eine Vorraussetzung.

   
Sexualleben: Wer kennt dieses mächtige arterhaltende Bedürfnis nicht....? Je wichtiger ein Bedürfnis für die Arterhaltung, desto mehr Glückshormone bekommt das Lebewesen wenn das Bedürfnis erfüllt wird.
    
    
    
Die Gruppendynamiken.
   
Zugehörigkeit,
Teil sein von:
Z.B. Zur Gruppe gehören, in der Gruppe wahrgenommen zu sein. Einen Platz haben. Erleben dass ich wichtig bin für die Gruppe, da ich zur Gruppe Beiträge leiste, die ihr helfen ihre Bedürfnisse besser erfüllen zu können. Den Schutz der Gruppe erleben zu dürfen, getragen zu sein wenn ich meine Bedürfnisse mal nicht selber erfüllen kann. Eine Harmonie in der Gemeinschaft erleben können, welche nicht auf faulen Kompromissen basiert. Im Austausch mit anderen neue Bedürfnis-Erfüllungsstrategien lernen zu können, um das eigene Strategierepertoire zu erweitern. Mit anderen Menschen kooperieren um gemeinsam unsere Bedürfnisse besser erfüllen zu können.
   
Akzeptanz,
Wertschätzung:
Beweise, Bestätigung erleben für die Zugehörigkeit und den Schutz durch die Gruppe. Wert der Gemeinschaft, Werturteile erleben welche ich mit der Gruppe teile und weiterentwickeln kann. Werturteile welche auf unseren Bedürfnissen basieren und dazu dienen sollen das die Bedürfnisse aller gleichermassen in Erfüllung gehen können.
   
Nähe,
Körperkontakt:
Bietet Wärme, Schutz, gibt Energie bringende Glückshormone wie alle erfüllten Bedürfnisse.
    
    
    
Die Entwicklungsdynamiken.
   
Autonomie: Ein System aus Strategien entwickeln, auf der Basis guter gerechter Werte, welche es mir möglich machen auch unabhängig von einer bestimmten Beziehung, Gruppe oder Zugehörigkeit meine Bedürfnisse zu erfüllen. Ohne dabei jemand anderem zu Schaden. (Da denke ich an Rüdiger Nehberg, welcher sich darin übte alleine in der Wildnis zu überleben. http://www.ruediger-nehberg.de/  Er ist ein gutes Beispiel für gelebte Autonomie.)
   
Individualität: Eigene Strategien komponieren und ausprobieren. Erfindergeist entwickeln. Nicht einfach in der Herde blind mitlaufen. Nicht einfach von der Herde abhängig sein. Inspiration und Intuition in sich finden, sich selber kennen lernen. Ein Bewusstsein über sich selbst entwickeln. Die eigene Biographie erforschen. Seinen Standpunkt finden. Notstrategien finden, um auch ohne Hilfe von aussen für eine gewisse Zeit qualitativ gut überleben zu können. Ohne sich dabei Feinde zu schaffen.
   
Integrität: Auch unter grösstem Druck oder in grösster Not fähig zu sein, auf der Basis von Werturteilen der Entwicklung und dem Schutz des gerechten, mitfühlenden Lebens dienen zu können. Ohne faule Kompromisse eingehen zu müssen. (Z.B. Jesus Christus, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Martin Luther King, Dalai Lama, Mutter Theresa, Lotti Latrouce.)
   
Sinn: Dieser Artikel ist im Aufbau.
   
Gute Werte und Selbstwert: Der höchste Selbstwert entsteht, wenn wir zum Überleben, Leben, dem Schutz und der Entwicklung des Lebens beitragen können. Dem eigenen überleben in Qualität, sowie dem überleben der Gemeinschaft dienen können ohne dabei jemandem Schaden zuzufügen, indem wir gute, fortgeschrittene Werte erarbeiten und pflegen, welche das Gedeihen des Lebens aller möglich macht.
   
Spiritualität: Spirituelle Lösungen finden für den Umgang mit unerfüllbaren, scheinbar unerfüllbaren oder nur teilerfüllbaren Bedürfnissen und deren emotionalen Erscheinungen. Transzendenzen finden für geistige / seelische Fragestellungen und deren möglichen Antworten. Den Blick über das Materielle hinausrichten. Studien in Usa haben gezeigt, das Menschen welche der Spiritualität in ihrem Leben einen Platz geben, länger leben. Die Untersuchungen von Marc Luy, welche er mit Klosterangehörigen unternommen hat, beweisen dasselbe. Klosterangehörige haben eine wesentlich höhere Lebenserwartung als andere Menschen.
   

 

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Editiert und zusammengestellt von Beatus Gubler
Dank an Roger Ackermann für die Unterstützung bei der Rechtschreibung.

Quellen welche diese Beiträge möglich machten oder stützen:

Marshall Rosenberg:

Die gewaltfreie Kommunikation.
Das können wir klären.
Lebendige Spiritualität, Gedanken über die spirituellen Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation.


Anmerkung:

Die hier aufgeführten Kenntnisse gehen u.a. auch auf eigene Erfahrungen zurück und müssen nicht mit den gängigen Ansichten der Psychiatrie oder anderen wissenschaftlichen Disziplinen übereinstimmen.

 

 

 

Gesamtverzeichnis der Streetwork-Arbeiten  / Spenden und Beiträge

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